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Kai Bösterling. Marketer. Communication Expert. Brand Enthusiast. Creative Strategist.

Das neue Mobil

Instantcar

 

In meiner Nachbarschaft und auch im übrigen Stadtgebiet von Hamburg erblicke ich seit März 2011 täglich kleine weiß-blaue Autos, welche überall am Straßenrand geparkt auf ihre Besitzer warten. Und jedes Auto hat zahlreiche Besitzer. Besitzer kann jeder sein, ganz spontan, zeitweise. Und teil-weise. Ein neuartiges CarSharing-Konzept, welches durch digitale Informations- und Distributionstechnologie flexible Mobilität bieten soll, wird populär. Mobil sein ganz nach Bedarf. Ein Auto, wenn man es braucht. Einfach, unkompliziert, schnell: „Instant Car“. 


Und das geht so: Smart und Europcar haben als Joint Venture car2go entwickelt. Die Smart-Flotte wird durch GPS-Sender zur smarten Flotte. Mittels diverser Apps für das Smartphone weiß der User immer, wo in der Nähe das nächste verfügbare Vehikel auf ihn wartet. Das Unternehmen kann so auch jedes Mobil jederzeit orten und auf Wartungsnotwendigkeit, Benzinstand und Verfügbarkeit überprüfen. Übrigens: Benzin ist in den Tarifen schon integriert. Nachtanken muss der Fahrer nicht. Die Cityflitzer können überall im Stadtgebiet (sogar kostenlos auf gebührenpflichtigen Parkplätzen oder auf markierten  sogenannten Parkspots) vom Fahrer abgestellt werden und von dort auch vom nächsten Interessenten wieder mobil gemacht werden. Ein elektronischer Nutzerausweis, welchen man nach einmaliger Anmeldung erhält, fungiert als Türöffner und ID. Search, Find, Book, Drive, Pay! Alles online. Nur das Fahren noch nicht.


Start von car2go war übrigens schon Ende 2008 in Ulm – damals noch als Pilotprojekt für Daimler-Mitarbeiter. Kurz darauf wurde dieses informationstechnologie-basierte CarSharing-Modell auch in den USA nachgeahmt, unter dem Namen zipcar.

Und: Im April 2011 startete ein ähnliches informationstechnologie-basiertes CarSharing-Konzept, zunächst in München, als Joint Venture von BMW i, Mini und Sixt unter dem Namen DriveNow.

Weitere Projekte, vor allem unter Beteiligung der Autoindustrie, werden folgen. Toyota zum Beispiel ist in den Startlöchern.

 

In der San Francisco Bay Area wurde kürzlich ein Pilotprojekt auf den Markt gebracht, welches den Community-Gedanken und die geschäftliche Beteilung der Nutzer in den Vordergrund stellt. Spride Share ist eine CarSharing-Platform, welche es den Mitgliedern erlaubt, ihr eigenes Auto zu vermieten und damit ihr wenig genutztes Gefährt rentabel zu halten. Buchung, GPS-Ortung, z. B. über eine iPhone App, funktionieren ähnlich wie bei den oben genannten Systemen.

 

Diese neuartigen Mobilitätskonzepte sind dabei nur durch die genannten digitalen Informations- und Distributionstechnologien denkbar – und dadurch ein kompetitives Geschäftsmodell zur klassischen Autovermietung oder zum klassischen CarSharing. Verringerte Transaktions- und Allokationskosten reduzieren den Aufwand der Nutzung.

 

Für die Fahrzeughersteller stellen die neuen urbanen Mobilitätskonzepte alternative Distributionsmöglichkeiten dar – insbesondere für Elektro-Fahrzeuge, welche für Otto-Normal-Verbraucher als Kaufobjekte momentan noch unerschwinglich sind.

 

Der Konsument wird sich zukünftig an diese neuen Konsummodelle gewöhnen und Nachfrage entwickeln. Es muss nicht immer Eigentum sein. Es kann auch spontan bedarfsorientierter und erschwinglicher geteilter Besitz sein.

 

Ein „Instant Car“ Konzept ist somit nachhaltige, umweltfreundliche und flexible Verkehrslösung und gleichzeitig soziales Konsummodell, welches die mobile Informationstechnologie allokativ effizient nutzt.

 

Ach übrigens: Das Aufbrühen von Instant Coffee im Vergleich zur Zubereitung in Kaffee-Kapsel-Automaten ist in Bezug auf die Ökobilanz deutlich günstiger und bezogen auf die Allokation von Wasser und Kaffee deutlich effizienter. Und jetzt schließt sich der Kreis!

 

 

Ein Kommentar zu “Das neue Mobil

  1. Kai Bösterling
    Juli 16, 2011

    Update: Freitag, 15.07.11 startete in Darmstadt Startup http://www.flinc.de, ein flexibles Mitfahr-CarSharing-Projekt, welches die internet-basierte soziale Kommunikationstechnologie gut nutzt.Am 13.07.11 ließ car2Go mitteilen, im Herbst 2011 in San Diego mit 300 Elektro-Smarts zu starten.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Juni 22, 2011 von in Uncategorized und getaggt mit , , , , , , , , , , , , .

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