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Kai Bösterling. Marketer. Communication Expert. Brand Enthusiast. Creative Strategist.

6 Fragen. 6 Antworten. Social Media Marketing.

Social-Media_Marketing_und_der Nutzen_Kai_Bösterling

 

Vor einigen Wochen habe ich im Rahmen eines Experteninterviews für eine Bachelorthesis sechs Fragen zur Bedeutung und zum Nutzen von Social-Media-Marketing beantwortet.

Da diese Fragen so grundlegend sind … und die Antworten auch, möchte ich sie hier quasi als Q&A noch einmal veröffentlichen:

 

1. Warum denken Sie, ist eine Social-Media-Präsenz für Unternehmen heutzutage wichtig?

Wir denken digital vernetzt, weil wir glauben, dass digital, mobil und in Social Media Marken gemacht werden. Die digitale Hemisphäre ist die Plattform für Empfehlungsmarketing und Markenwahrnehmung geworden. Hier wird über Marken und Produkte gesprochen. Hier werden Marken empfohlen. Hier machen Marken-Fans andere zu Marken-Fans. Hier findet tiefer und engagierter Austausch zur Produkten statt. Durch Social Media werden neue relevante Kontaktpunkte zu Unternehmen und Marken geschaffen.

Zusätzlich haben diese Kontaktpunkte starke SEO-Relevanz. Deshalb sprechen wir auch von Social Media Optimization (SMO) und nicht von Search Engine Optimization, da SMO zukünftig wichtiger wird als SEO und entscheidend zu einem verbesserten Suchranking führt.

 

2. Welchen Stellenwert haben klassische Marketinginstrumente heutzutage neben den sozialen Medien?

Klassische Marketing-Instrumente sind im Marketing-Mix grundsätzlich notwendig. Wir verzeichnen aber in jüngster Zeit einen deutlichen Shift in Richtung digitale Medien. Online können Werbemittel stärker zielgruppen-relevant ausgesteuert werden und gemessen werden. Bei klassischen Werbemaßnahmen sind die Streuverluste häufig größer. Unsere Kunden glauben, ihre Werbemittel effizienter online einsetzen zu können und vor allen Dingen lead-orientierter.

Wenn wir Print-Maßnahmen konzipieren, dann immer digital vernetzt. Z. B. mit QR-Code oder Facebook-Verlinkung.

 

3. Was sind Ihrer Meinung nach die Hauptziele, die Unternehmen mit Social-Media-Marketing verfolgen?

1. Dialog und Interaktion mit Kunden und Fans der Marke

2. Service rund um Marke und Produkt

3. Kundenbindung und kontinuierliche Erreichbarkeit der Kunden = Social CRM

4. Storytelling: Behind the Scenes

5. Marktforschung und Insights: Produktverbesserung, Serviceverbesserung, Kundenmeinungen

6. Mehrwert bieten durch Unterhaltung rund um die Marke

7. Social Shopping

 

4. Welche Maßnahmen gehören Ihrer Meinung nach zu einer ganzheitlichen Planung der Social-Media-Marketing-Aktivitäten?

Für die Implementierung einer erfolgreichen und nachhaltigen Social-Media-Strategie sind im Zuge der Ausarbeitung die folgenden Themenfelder abzuarbeiten und zu definieren. Eine umfassende Social-Media-Strategie beinhaltet im Regelfall sowohl Social Media- als auch „klassische“ Online-Kanäle.

Themenfelder.

– ZIELDEFINITION: Welche Ziele sollen mit der Strategie erreicht werden?

– DENKKULTUR: Wie wird die Strategie in die bestehende Unternehmenskultur integriert?

– DIGITALER RAUM: Wie lassen sich die einzelnen Kanäle optimal nutzen und welche Potenziale weisen sie für das Unternehmen auf?

– KOMMUNIKATION: Wie lassen sich bisherige Kommunikationsformen effektiv und authentisch an das Nutzer- /Gesprächsverhalten adaptieren?

Arbeitspakete.

Grundsätzlich beinhaltet eine Digital-Strategie sieben aufeinander aufbauende Arbeitspakete, die zur Definition und späteren Implementierung notwendig sind. In welchem Detailgrad die einzelnen Arbeitspakete in der Strategie vertieft werden, hängt von mehreren Aspekten wie den Ergebnissen des Social-Media-Monitorings, der bisherigen Digital-Aktivitäten des Unternehmens usw. ab.

1. Definition und Priorisierung von Zielen

2. Evaluation der bestehenden Kommunikationskanäle und -inhalte

3. Potentialanalyse der einzelnen digitalen Kanäle

4. Definition von Erfolgsparametern und KPIs

5. Interne und externe Guidelines

6. Roll-Out

7. Monitoring & Analyse

 

5. Inwieweit lässt sich Ihrer Meinung nach eine Erfolgsmessung im Bereich Social-Media-Marketing in die Erfolgskontrolle des klassischen Marketings integrieren?

Es ist gar nicht die Frage des Wie, sondern des Warum. Wir sind der Meinung, dass die Erfolgskontrolle von Social-Media-Marketing essentiell ist und eine sinnvolle und unerlässliche Bereicherung des klassischen Marketings ist. Nirgendwo sonst kann man just-in-time spezifische Kundenmeinungen evaluieren und das häufig mit n = 1.000 und mehr. Gleichzeitig kann man diese Leute direkt erreichen und moderierend eingreifen. Wo geht das sonst im klassischen Marketing?

Die klassische Marktforschung muss sich öffnen für neue Methoden der Datengewinnung im digitalen und mobilen Umfeld. Klassische Mafo-Daten und Social-Media-Erfolgsmessung müssen miteinander kombiniert werden – interdisziplinär aus verschiedenen Mafo-Bereichen. Social Media Erfolgsmessung kann klassische Mafo sehr gut ergänzen und umgekehrt. In Zukunft müssen hier gemeinsame, übergreifende Kennzahlen definiert werden.

Erfolgskontrolle in Social Media und digitalem Marketing wird immer wichtiger, da immer mehr Kommunikationsmaßnahmen in der digitalen Hemisphäre stattfinden: mobil, im stationären Web, in Social Media. Somit wäre es fahrlässig, diese effizienten, leaderzeugenden Kanäle nicht zu messen.

Eine Methode der Kombination von klassischer Mafo und Erfolgsmessung von digitalen Maßnahmen kann auch Folgende sein: Der Abgleich zwischen klassischen Analysen aus Kundenbefragungen und Imagewerten mit dem, was die Kunden wirklich tun oder zukünftig tun werden. Letzteres kann mit Analysen von individuellem Kauf- und Surfverhalten, Un-Boxing-Postings und Zufriedenheitsäußerungen und Bewertungen in der digitalen Hemisphäre geschehen. So könnten auch tiefere Kundenprofile erstellt werden und gemeinsam konsumierte Waren identifiziert werden.

Hier liegt großes Potential. Die Marktforschung muss mit Methoden-Kompetenz aufholen.

 

6. Wie entwickelt sich die Verwendung von Social Media Ihrer Meinung nach in Zukunft, welche Bedeutung wird es einnehmen, oder sehen Sie es nur als Trend?

Social Media ist keinesfalls nur ein Trend. Social Media ist auch kein Kommunikationskanal. Social Media ist eine Infrastruktur, die das soziale Moment in die digitale Welt bringt. Social Media ist als Verlängerung echten sozialen Austauschs eine effiziente Allokationsplattform.

Hier einige Stichworte, wie Social Media als Allokationsplattform begriffen werden kann:

– Crowdfunding: Das gemeinsame Ermöglichen von Produkten und Dienstleistungen

– Share Economy: Teilen einfacher machen, z. B. über Plattformen, die privates Carsharing erlauben, die private Koch-Events lokal realisierbar machen a la „Das perfekt Dinner“, die Couchsurfing ermöglichen etc.

– Crowdsourcing / Collaboration: In Ihren Social Media Kanälen und auf eigens geschaffenen Plattformen rufen Unternehmen z. B. die Community dazu auf, Produktideen oder Verbesserugnsvorschläge einzureichen. Häufig werden neue Produkte von der Fan-Base kreiert und z. B. als Fan-Edition gelauncht.

– Sozialer Konsum: Der Konsum mit seinen Freunden zusammen ermöglicht besondere Rabatte und Freundschaftspreise. Vergleiche friendsurance, eine Versicherungs-Plattform, die Deine Freunde versichert.

Also, auf ein Wort: Social Media ist viel mehr als Facebook, Twitter und Co. Social Media ist mehr als nur dialogische und interaktive Kommunikation. Social Media ist die gemeinsame Weiterentwicklung von Produkten und Marken, der gemeinsame Konsum von Dienstleistungen und Produkten.

Die effiziente Allokation von Konsumentenbedürfnissen.

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am August 11, 2013 von in Uncategorized und getaggt mit , , , , , , , , .
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