LeadAgency

Kai Bösterling. Marketer. Communication Expert. Brand Enthusiast. Creative Strategist.

Das Agenturlabel. Ein Nachruf.

 

Wenngleich zurückhaltend, so warst Du immer stolz und allgegenwärtig. Obwohl Du oft gestürzt bist, kröntest Du aufrichtig als kleines Juwel die Arbeit unserer Branche.

Agenturlabel

 

Vor einiger Zeit schrieb ich ein paar Zeilen in einem kleinen, geschlossenen und verschworenen „Werberblog“. Es entstand eine angeregte Diskussion über das Selbstverständnis der Branche. Diese werde ich hier nicht widergeben, wohl aber die damaligen kurzen Zeilen meines Beitrags:

Früher war alles besser. Damals in den goldenen Zeiten der Werbung. Da hatte man eine Idee. Die Idee wurde in eine Anzeige gepackt. Man war ungemein stolz darauf. Und Leads, Conversion Rate, KPIs, RoI waren noch unbekannte Begrifflichkeiten. In diesen Zeiten war man so ehrfürchtig bezüglich des kreativen Werks, dass neben der beworbenen Marke noch ein weiteres Label auf der Anzeige prangen durfte. Das Agenturlabel. Klein in 5 Punkt. Aber meistens scharf gedruckt. Selbstbewusst stand er da. Der Agenturname. Und wir waren als Mitglied der Werbeschmiede ein Teil davon. Die Anzeige war branchenintern gebrandmarkt. Mit Ruhm. Mit Segen. Nun, manchmal auch mit Hohn und Spot. Aber wir standen wie ein Fels in der Brandung. UND JETZT. WO IST DIESES LABEL? Ich sehe es nie mehr! Sagt mir. Was ist der Grund? Gibt es keine wahnsinnigen Ideen mehr? Wollen wir keine Selbstbeweihräucherung mehr? Sind wir nicht mehr stolz? Ist Kommunikation zu flüchtig, um sie noch mit einer gestürzten Zeile zu verlängern? Grausam, diese Zeiten der RoIs, der KPIs, der Liquid & Linked Konzepte! 

Oder?

 

Und ich füge noch hinzu: Ja, es ist essentiell, dass wir Werbemaßnahmen vorab testen, tracken, monitoren, messen. Schließlich gibt das dem Marketingleiter Sicherheit und Rückendeckung. Schließlich ist Werbung eine Investition. Und schließlich soll Werbung Dienstleistungen und Produkte verkaufen.

Aber es gilt auch: Agenturen und Marketingtreibende müssen wieder mehr für die Idee kämpfen. Die spannende, ungewöhnliche Idee hat das Zeug zur Differenzierung, das Zeug zur Wahrnehmung im Werbedschungel. Die Idee benötigt Mut und Bauchgefühl. Ohne diese beiden Argumente hätte es die viralen Spots von Old Spice, die AXE Commericals oder unsere Regenbogen-Erfahrungen mit Skittles nicht gegeben.


 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Februar 24, 2013 von in Uncategorized und getaggt mit , , , , , , , .
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